Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/defaults.php on line 16 auf deutsch : White on White



*
White on White ist ein deutsch-schwedisches Performance-Duo, bestehend aus Iggy Malmborg (Malmö) und Johannes Schmit (Berlin). Seit 2009 arbeiten sie am Duo als einem eigenen Genre. Das erklärte Ziel von White on White ist die Umwandlung der theoretischen Erkenntnisse der sogenannten Kritischen Weißseinsforschung in produktive Kräfte für das Feld des Ästhetischen. In ihrer gleichnamigen Performance-Serie (bisher erschienen: White on White # 1-5) begegnen sie entsprechend den Fragen nach Aneignung/Vereinnahmung des Anderen mit einer radikal diskreten Geste: White on White widmen sich dem eigenen Weißsein.

*
White on White #3 - a non-controversial shit in the black box

Willkommen im Wohnzimmer zweier Weißer Männer, die Sie bei Tee und Zigaretten zu einem Abend ohne Überraschungen begrüßen. Während sie gemütlich am Tisch sitzen und rauchen, fabulieren sie munter über die Bedeutung des eigenen Weißseins und stellen das Programm des Abends vor. Es wird um Weiße und Schwarze Bühnenräume gehen, um Vorstellungskraft im Allgemeinen und Grenzüberschreitungen in der Performancekunst im Besonderen. Sie kündigen an, dass sie am Ende der Vorstellung auf die Bühne scheißen werden. Ganz real. Es geht also um Weiße Männer, die einen Haufen Scheiße produzieren und die versuchen uns, die Zuschauer, davon zu überzeugen, dass damit kein Tabubruch gemeint ist. Weiße Männer, die uns damit etwas über Rassismen vermitteln wollen. Aber wie?

Warum ist die Black Box schwarz? Warum ist der White Cube weiß? Oder anders: wie sähe ein Theater aus, das die Kritische Weißseinsforschung zur Grundlage hat? Wie ein Spielplan in Deutschland? Nochmal anders: Was muss in unsere Kunsträume hineingetragen werden, damit sie weniger Weiß werden?

Diese scheinbar harmlosen Fragen sind für das deutsch-schwedische Performer-Duo Iggy Malmborg und Johannes Schmit Ausgangspunkt ihrer Serie White on White, in der sie die Konfrontation mit der eigenen Perspektive, der des Weißen Mannes, ausagieren, die Identifikationspolitik von repräsentativen Räumen sezieren und dabei die verdeckte Normalität des Weißseins offen legen. Sie wenden die Beobachtungsperspektive des „Weißen Forschers auf das Andere“ auf sich selbst an und stellen sich der Angst, repräsentativ zu sein.

In der Logik von White on White bilden die Kunst- und Theaterszenen die Avantgarden des Weißseins. Die Black Box der Postmoderne – jener Kasten, der sich selbst als Speerspitze der kulturellen Vermischung begreift – unablässig produziert sie den Weißen Ort: wer sie betreten kann, wird Gesellschafter des Weißen Privilegs, wer ihre Gesten lernt, Präsident von Amerika, Othello in Köln spielt er trotzdem nicht.

Als theatraler Beitrag zum multikulturellen Dialog bemüht sich White on White #3 darum, der weißen, europäischen Mehrheitsgesellschaft eine Stimme zu geben / ihr das Privileg des Schweigens zu nehmen. Im Theaterdiscounter installieren sie dafür eine stilisierte Black Box und vollziehen Entlang eines Archivs der Performancekunst Rituale des Weißseins, die in der Offenlegung ihres Innersten kulminieren: In einem durch und durch unkontroversen Schiss auf die Bühne.


*
Eine Freundin sagt: ich spiele gerade Iphigenie auf Tauris in einem bekannten Theater in Westdeutschland. Ein Mann sagt: Nein. Die Freundin fragt: wie bitte? Der Mann sagt: Iphigenie ist blond und hat ein preußisches Profil. Der Mann hat natürlich Recht.

*

Nach der Erzählung eines Bekannten... (der einen Antrag stellte, zur finanziellen Förderung eines Theaterprojekts, und weshalb er sprechen konnte, und deshalb umgehend die Gelder geflossen sind.)
by
René Pollesch
(with kind permission)

Ich würde gerne einen Antrag auf Gelder schreiben und stellen, und darin mit meiner erworbenen Kompetenz glänzen, und wissen, daß die am anderen Ende verstanden wird (und ich die Gelder bekomme), und weder ironisch noch zynisch sein und mich auch nicht verstellen müssen, weil ich diffus irgendeinen Grund wüsste, wofür sich das Gremium gerade interessiert. Ich will nicht damit belästigt sein, daß das Gremium, das über mich entscheidet, viel eher an meiner Sanftheit interessiert sein könnte, daran, daß ich ihm als ein sanfter Typ bekannt bin, der gut mit Leuten umgehen kann. Nein, das ist nicht das, was ich gelernt habe. Sanft sein, das will ich nicht auf den Markt werfen, mit einem Gedanken, der mein kompetentes Schreiben durchkreuzt. (Sanftsein, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, gehört der Ökonomie, dem Geld. Mein Antrag auf finanzielle Förderung meines Projektes aber, würde die Sprache kennen.) Ich möchte in einer Gesellschaft leben, wo Anträge geschrieben und gelesen werden können. Und nicht Meta-Texte herumschwirren, die wild herumspekulieren, wie so ein Antrag erfolgreich sein könnte. Nicht in einer, wo ein Gremium meint, mir ansehen zu können, worauf ich es eigentlich abgesehen haben könnte, daß ich wüsste, daß meine Sanftheit bei Gremien ganz gut ankommt. „Sie wissen doch, warum wir Sie eigentlich für geeignet halten. Sie gehen so sanft mit ihren Leuten um.“ (Das war der schrecklichste Tag, als die Unternehmen und Gremien anfingen, eine Seele zu haben!) Das zielt nur auf das Leben, das ich eh habe, oder eines, das ich glaube, haben zu müssen. Das zielt nur auf die Abwertung meiner kostspieligen Ausbildung, während der ich mir mein Wissen erworben habe. Niemand will mein Diplom sehen! Aber das hier ist doch kein Fabrikkörper, wie zu Zeiten der industriellen Revolution.
Ich wurde doch mal ausgebildet. Und jetzt will keiner mein Diplom sehn? Ich will aber in keinen Meta-Texten reden, die auf die Projektion einer Dramaturgin zielen, die mich für den sanftesten Typen hält, seit es Sanftheit gibt. Ich bin doch kein ungelernter Arbeiter, wie zu Zeiten der industriellen Revolution!

Das sage ich aber alles nicht deshalb, weil ich keine Rolle spielen will, weil ich Rollen für Verstellung halte, und Verstellung für eine Rolle, und ganz unverstellt sein will, also nicht ironisch oder zynisch. Nein! Ich hätte im Gegenteil ganz gerne eine Rolle, und nicht etwas, das ich eh schon bin, und das da abgefragt wird. Und eh schon immer war. Diese Rolle wäre eine erworbene Kompetenz. Die objektiv vor mir liegen würde. Ich bestehe auf das, was objektiv vor mir liegen kann: meine erworbene Kompetenz.

Jetzt könnte interessant daran sein: das Missverständnis. Mein Einwand, gegen die Spekulationen beim Anträgeschreiben, könnte so aussehen, als ginge es mir um Authentizität. Um die es mir, wie ich bei der Sache mit der „Rolle“ ja sage, doch ausgerechnet nicht geht. Und um dieses Missverständnis könnte es sich jetzt drehen, in der Hoffnung, daß es uns hier einige Klarheit verschaffen könnte. Dieses Missverständnis.

Ich möchte nicht davon ausgehen, daß das Gremium teil einer großen Familie ist, und meine Ansichten deshalb teilt, weil es mich für einen Teil dieser Familie hält. Nein, ich bin ganz bestimmt nicht Teil dieser Familie. Diese Sachen wie Familie, sollen immer in mir drin sein. Aber ein Antrag, der die Sprache kennt, läge vor mir. Er läge draußen. Das hier ist kein Fabrikkörper! Und wenn doch, ist mein Körper nicht-akkumulierbares Kapital. Aber auf dem Markt des akkumulierbaren Kapitals, dient er zu nichts anderem als dem Mehrwert. Stattdessen aber, scheint mir der Mehrwert die Konzentration zu sein. Das ist der springende Punkt: Das Nicht-Akkumulierbare ist nicht das Konzentrierte, der Körper, nein! Das Kapital ist die Konzentration. Die Ewigkeit ist die Revolte der erschaffenen Körper. D a s ist die Ewigkeit und nicht eine Ausdehnung des Geistes. Der ist immer konzentriert, das Kapital, das Paradies ist Konzentration. Die Ewigkeit aber ist das Ausgedehnte der Körper.

Die Dramaturgin, die mich wegen meiner Sanftheit engagiert hatte, und Anträge nur quer las, gebrauchte in Diskussionen über meine vor mir liegende Kompetenz, die im Laufe meines Engagements natürlich dennoch aufgetreten sind, Formulierungen wie: mein Antrag hätte ein Rhythmusproblem... Kein Antrag, dessen Medium die Sprache ist, hätte jemals ein Rhythmusproblem. Nur das Medium Ökonomie, Geld, hat ein Rhythmusproblem, die Schwankungen zwischen Erfolg und Misserfolg.






*
Interview Siegessäule 2/2013

Wie habt ihr euch kennengelernt?
Iggy: Ich habe damals mit Johannes Mitbewohnerin zusammengearbeitet. Irgendwann sind wir uns auf dem gemeinsamen Balkon in Kreuzberg über den Weg gelaufen. Johannes: Ich habe gehört wie jemand auf dem Balkon Jim Morrison Gedichte rezitierte. Ich konnte die Sätze beenden. So sind wir uns das erste mal begegnet und Freunde geworden.

Ihr habt euch das Ziel gesetzt das Duo als Genre zu etablieren?
Iggy: Für uns ist das Element des Vergleichbaren die Grundidee des Duos. Es besteht aus zwei Personen, die die gleiche Qualität mit sich bringen. In unserem Falle sind das unsere Privilegien. Wir kommen aus der selben Klasse, haben den selben kulturellen und Bildungshintergrund und auch gleiche ökonomische Grundvoraussetzung. Außerdem sind wir uns optisch ähnlich. Wir versuchen in unserem Duo unsere Perspektive, die sehr der Norm entspricht, in ein serielles Objekt umzuwandeln. Es könnte also auch einer größeren Menge von Menschen entsprechen. Johannes: Sicherlich hat auch unser Wunsch nach einer gewissen Art von Symbiose damit zu tun. Es hat einfach perfekt gepasst als wir beide uns getroffen haben, weil wir unter einem bestimmten Gesichtspunkt identisch sind. In größeren Gruppenkonstellationen entsteht automatisch eine Hierarchie. Darauf wollten wir unbedingt verzichten.

Wieso habt ihr euch für das Thema Weißsein entschieden?
Johannes: Zuerst waren wir sehr ambitioniert, uns mit Klassenunterschieden auseinander zu setzen. Bei den marxistischen Begriffen, die hier ja oft nach wie vor zur Analyse taugen, verschließen aber die meisten Leute die Ohren. Über Weißsein zu sprechen gibt uns die Möglichkeit auf ungehörte Weise über Klassenunterschiede zu reflektieren. Der Ansatz der sog. Kritischen Weißseinsforschung ist ja darüberhinaus auch ein visueller. Dein sichtbares Erscheinungsbild, deine Hautfarbe hat Konsequenzen darauf wie du in unserer Gesellschaft eingeordnet wirst. In unserem nächsten Stück „White on White #5 – all those beautiful boyz“ geht es aber nicht nur um rassistische Konstruktionen im Verhältnis zu sozialen Privilegien. Der Fokus liegt auf dem Thema Schönheit.

„Nicht unser Verhalten garantiert den sozialen Anschluss an die Mehrheitsgesellschaft, sondern unser Aussehen“ kann man in eurem Pressetext zu „White on White #5 – all those beautiful boyz“ lesen. Ist das nicht eine gewagte Theorie?
Iggy: Es gibt Theoretiker die davon ausgehen, dass gesellschaftliche Privilegien vom optischen Erscheinungsbild abhängig sind, nicht nur in Bezug auf Hautfarbe o.ä.. Dies war die Recherchegrundlage für das Stück. Daraufhin haben wir uns mehr und mehr mit der momentanen Idee von Schönheit auseinandergesetzt. Was ist ein begehrenswertes Gesicht und ein begehrenswerter Körper? Johannes: Unser künstlerischer Ansatzpunkt ist, dass wir grundsätzlich erst einmal einverstanden sind, mit den Behauptungen, die der Mainstream aufstellt. In der Recherche zum Stück wurden deshalb auch an uns Schönheitskorrekturen vorgenommen. Iggys Lippen wurden aufgespritzt und ich habe mir Filler in die Wangen injezieren lassen. Iggy: Auch in diesem Stück sind unsere Privilegien die Grundlage. Nach einer Vorstellung von „White on White #3“, bei der wir auf der Bühne kacken, hat uns eine Freundin darauf aufmerksam gemacht, dass diese Szene in den meisten Fällen nicht als Provokation interpretiert wurde. Und das nicht – wie wir dachten – weil wir weiß sind sondern weil wir hübsch sind. Uns wurde dann klar, dass unsere optische Schönheit ebenfalls Privilegien mit sich bringt, die noch keine Sprache haben.

Üblicherweise erlangen Frauen aufgrund ihrer Schönheit in unserer Gesellschaft bestimmte Privilegien. Bei Männern spielt das Aussehen nach wie vor weniger eine Rolle. Ihr behauptet in eurem Stück aber etwas anderes.
Johannes: Wir finden sehr wohl, dass Männer schön sein müssen. Auch wenn es in der momentanen heteronormativen Gesellschaft noch nicht so wichtig ist, wie schön Männer sind, sehen wir das in unserem Stück bereits als selbstverständlich.
Iggy: Auch für Männer galten in der Geschichte schon immer bestimmte Schönheitsideale. In der vorindustriellen Gesellschaft waren angesehene Männer fett und blass, weil sie nicht auf dem Feld arbeiteten. Im heutigen Kapitalismus gilt es als Luxus wenn man genug Zeit hat um sich um sein Aussehen zu kümmern. Ein trainierter, schlanker, muskulöser Körper repräsentiert einen bestimmten Status.

In all euren Stücken seid ihr und eure Privilegien als weiße Männer die Grundlage. Ihr seid also Regisseur, Autor, Performer euer eigenes Arbeitsmaterial. Inwieweit könnt ihr die Grenze zwischen Privatperson und Bühnenfigur ziehen?
Iggy: Die Idee Privatperson und Bühnenfigur zu trennen kommt vor allem aus dem klassischen Theater. Das liegt uns fern. Letztendlich sind wir zwar das Material unserer Stücke aber erzählen auf der Bühne ja keine persönlichen Geschichten oder Erlebnisse, die nicht an unseren Diskurs angebunden sind. Johannes: Es geht in den Stücken ja auch nicht unbedingt um unsere persönliche Position. Wir beide sind teil einer Struktur und zeigen welche Privilegien wir in dieser Struktur haben. Wir als weiße Männer haben z.B. das Privileg, uns eine Bühne zu erobern und unbehelligt hinein zu kacken.

Es ist immer die Rede von den Privilegien des weißen Mannes. Inwieweit geht es dabei um die Privilegien des heterosexuellen weißen Mannes?
Johannes: Wir versuchen in unseren Stücken natürlich die Essenz des Mainstreams zu manifestieren, sozusagen den höchsten sozialen Rang. Sicherlich beruht dieser auf Heteronormativität. Auch das hat nicht unbedingt etwas mit uns persönlich zu tun. Dementsprechend kann es sein das unsere Stücke auf dem ersten wirklich existierenden heterosexuellen Mann aufgebaut sind. Letztendlich weiß niemand, was der heterosexuelle weiße Mann eigentlich sein soll, denn er beruht komplett auf unausgesprochenen Privilegien. Für uns ist aber auch klar, dass die schwule Position längst nicht mehr die des Außenseiters ist. Unser nächstes Stück „White on White # 6“ befasst sich somit auch mit dem Thema Queer.

Interview: kaey





*
On the Beauty of Seriality

/ a Monologue for a Duo


In der Logik von On the Beauty of Seriality ist die sichtbare Oberfläche das unhintergehbare Zeichen der Realität. Die Arbeitsthese von White on White unterstellt entsprechend dem kosmetischen Eingriff an der Oberfläche tiefgreifendes Potential zu sozialer Veränderung.

Nicht unser Verhalten garantiert den sozialen Anschluss an die Mehrheitsgesellschaft, sondern unser Aussehen – die Oberfläche – behaupten White on White. Das Performanceduo analysiert wie Rassismus und Klassendiskriminierung heutzutage entlang zeitgenössicher Schönheitskonzepte ausgetragen werden. In einem Akt der subersiven Affirmation bestätigen sie sich und dem Publikum ihre weißen männlichen Privilegien. Die eigenen theoriegesättigten Körper dienen dazu als Anschaungsmaterial. Mit einer Kreuzung aus choreographischen und diskursiven Techniken treten sie hinter die Oberfläche zurück, damit diese quasi für sich selbst spricht. Das Duo erteilt der individuellen Subjektivität eine Absage und monologisiert als serielle Einheit. Im Sinne der Fundierung der Performancepraxis von White on White in der Kritischen Weißseinsforschung wäre diese Einheit: das Weiße Kollektiv.


Von + mit Iggy Malmborg / Johannes Schmit Performance in englischer Sprache




*
„Das ist postmodernes Theater in seiner vollsten Pracht.“ – theaterkritik.ch

All Those Beautiful Boys präsentiert die Oberfläche menschlicher Körper als Austragungsort rassischer und identitärer Diskurse. Und während sich digitale Profile im Netz jeder Anpassung mit einem Klick beugen, scheint der Körper immer noch eine feste, sperrige und manchmal blutige Größe.

Vergesst innere Werte! Nicht Verhalten oder Leistung garantieren Anerkennung und Erfolg, sondern einzig das Aussehen – die Oberfläche – behaupten White on White. In All Those Beautiful Boyz geht es um das Verhältnis von Sehen und Begehren. Das Performanceduo entwirft hierfür die Vision einer utopischen chirurgischen Kunst, die kulturelle und soziale Spuren in unseren Gesichtern verwischen kann. Und analysiert wie Rassismus und Klassendiskriminierung heutzutage entlang zeitgenössicher Schönheitskonzepte ausgetragen werden. Praxiserprobt am eigenen Leib präsentieren sie dazu ihre theoriegesättigten Körper als Anschaungsmaterial.

Mit einer Kreuzung aus choreographischen und diskursiven Techniken spielt das Duo mit „Projektionen“. Projektion als Annahme von dem, was als Substanz hinter der sichtbaren Oberfläche des Gegenübers liegt und Projektion als Präsentation von virtuell produzierten Oberflächen/Bildern die Realitätsstatus einfordern. Mit Videotricks, Charme und Finesse präsentieren White on White Bilder von sich, die abwesend/on screen vollkommen da und anwesend/on stage wie in einer anderen Welt sind. Inwiefern wird der leibhaftige Körper auf der Bühne immer schon zum Bild?

Als Zuschauer sitzen wir davor und kommen aus dem Beobachten nicht raus, aber auch nie ganz rein. Unser Erleben ist in etwa so live wie es dem Medium dieser Zeit entspricht: Regelmäßig legen wir uns mit dem personalisierten Guckkasten ins Bett und übertragen live bewegte Körper/Bilder aus einem Wohnzimmer ins andere. Was ist also am Jahrtausende alten Theater so live, wenn immer schon die voyeuristische Logik des Computerbildschirms galt: Gucken ja, anfassen nein!

White on White machen Schluss mit dem Hokuspokus der Live-Performance, der überstrapazierten Annahme von Simultanität, Authentizität und Kopräsenz, in dem sie den Riss zwischen Sehen und Begehren, zwischen Oberfläche und einer irgendwie fassbaren Substanz des Subjektes genau im Bühnenmittelpunkt unausweichlich sichtbar machen: eine Projektionsfläche, die das eine live vom anderen live trennt. Das was vorproduziert ist und das was jetzt geschieht fallen in eins und die Projektion erhält Tiefe: „So fern sie war, wie kann sie näher seyn!“ sagt Faust, wenn er Helena anfassen will und die Laterna Magica explodiert.
 

Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 182 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 182 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 182 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203 Deprecated: Function eregi() is deprecated in /storage/content/61/137761/whiteonwhite.eu/public_html/ndxz-studio/lib/statistics.php on line 203